Mecklenburg-Vorpommern

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Internationale Konferenz zum Thema

„Intrapreneurship orientierte Verwaltung“

Innenansichten einer Teilnehmerin

Fast wäre es wieder passiert: Dringende, teils wichtige, teils unwichtige Aufgaben und Probleme des Alltagsgeschäftes hätten es verhindert, dass ich an dieser Tagung vom 23. - 25. April 2008 in Güstrow teilnehme. Allein ein letzter Blick in die beeindruckende Tagesordnung am Tage des Anmeldeschlusses und die Vorstellung, national und international beschäftigt man sich sowohl wissenschaftlich als auch praktisch mit all den Fragestellungen, die im Prozess der Verwaltungsmodernisierung eine so immense Rolle spielen, gaben den Ausschlag, die beständige Forderung an meine Mitarbeitenden, Prioritäten zu setzen, auch auf mich selbst anzuwenden.

Heute, fast zwei Monate nach der Konferenz, stelle ich fest: So fühlt sich die vielbeschworene und geforderte Nachhaltigkeit von Fortbildung an.

In Zusammenarbeit mit Universitäten und Hochschulen hat das Team um Dr. Michael Heinrichs eine Veranstaltung konzipiert, die durch die Auswahl der einzelnen Themen und Referenten zur Entwicklung einer Intrapreneurship orientierten Verwaltung einen hohen Maßstab an das Interesse und die thematischen Vorkenntnisse der potenziellen Teilnehmenden an der Konferenz stellte. Ein ausgesprochen anspruchsvolles Konzept, zugegeben.

Es wurden Rahmenbedingungen geschaffen, die den eingeladenen Führungskräften verdeutlichten, dass sie mit ihren täglichen, oft schwierigen Entscheidungssituationen und dem Auftrag, Verwaltung strategisch ausgerichtet zu modernisieren, ernst genommen werden. Von daher verzichtete man auf allgemeine, nicht praktikable Handlungsrichtlinien und grundsätzliche Prinzipien, wie man denn Verwaltung modernisieren könne und warum das alles so schwierig, ja kaum umsetzbar sei.

Stattdessen kamen ausnahmslos anerkannte und erfahrene Praktiker aus Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft zu Wort, die zumeist in beeindruckender Weise sowohl Forschungsergebnisse als auch praktische Erfahrungen auf dem Weg hin zu einer innerbetrieblich unternehmerisch denkenden und handelnden Verwaltung darstellten.

Mut ist der erste Schritt zum Erfolg!

Dieser These, oder besser, dieser Forderung unterlagen alle vorgetragenen Beispiele einer sich verändernden beziehungsweise sich bereits veränderten Verwaltung. Veränderungen beginnen im Kopf der Führungskräfte und politisch Verantwortlichen, die ihrerseits die Rahmenbedingungen schaffen, dass Intrapreneurship orientierte Entwicklungen in „ihren“ Verwaltungen gewünscht, gewollt oder gar gefordert sind. Dies jedoch setzt einen Prozess des Umdenkens voraus, einen inter- und intrapersonellen Diskurs mindestens zweier gegensätzlicher Verwaltungs- und Führungskulturen.

Unternehmerisches Denken und Handeln in den Verwaltungen – und das heißt bei möglichst allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – zu entwickeln, fordert einen Perspektivwechsel, eine Erweiterung des Blickwinkels dafür, wie Verwaltung auch anders funktionieren kann.

Und so haben wir, die Teilnehmenden an der Güstrower Konferenz gelernt, man muss loslassen können von ausschließlich linear abzuarbeitenden Vorgaben, streng hierarchisch organisierten Verwaltungsstrukturen, von Absicherungsmentalität und strikter Fehlervermeidung, um sich und seine Mitarbeitenden zu erfolgreichen Intrapreneuren entwickeln zu können.

So wurde eines in allen vorgetragenen Forschungsprojekten und Praxisbeispielen deutlich: Mut, Kreativität, Verantwortungsbereitschaft, Flexibilität und positiv ausgerichtete Fehlerkultur sind ausgewählte, wenn auch bei weitem nicht abschließend dargestellte Indikatoren für den Erfolg im Umgestaltungsprozess von Verwaltung nach Intrapreneurship orientierten Kriterien.

Über 30 Referenten und Workshop-Moderatoren aus 6 Ländern (Deutschland, Schweiz, Österreich, Niederlande, Dänemark und Schweden) und 7 deutschen Bundesländern konnte das Institut für Fortbildung und Verwaltungsmodernisierung für ihre Konferenz gewinnen: ein repräsentativer Querschnitt aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Verwaltung, alle dem hohen Anspruch verpflichtet, interessierten Führungskräften der Verwaltung Einblicke in die Möglichkeiten und überprüfbaren Ergebnisse ihrer Bemühungen um eine Intrapreneurship orientierte Verwaltung zu geben und sich den kritischen Fragen der ebenso internationalen Konferenzteilnehmenden zu stellen.

Zugegeben: Dicht und kompakt war die Veranstaltung für 2,5 Tage konzipiert: ein interessanter Vortrag oder Workshop folgte dem nächsten. Viele Fragen und Diskussionen wurden am Abend, teils bis in die Nacht intensiv weiter geführt. Schließlich gab kein Referent nur eine kurze Gastrolle für die Dauer seines Vortrages, sondern stand den Teilnehmenden der Konferenz in jeder Pause und am Abend gern zu Gesprächen zur Verfügung. Es war keine Veranstaltung für sogenannte Fortbildungstouristen, die vom Arbeitsalltag abschalten wollten.

Ganz im Gegenteil: Das Institut für Fortbildung und Verwaltungsmodernisierung hat etwas geschafft, was man sich von jeder Fortbildungsveranstaltung wünscht: Treffsicherheit bei der Auswahl in der Verwaltungspraxis notwendiger und relevanter Themen, ein „glückliches Händchen“ bei der Auswahl der Referenten bezüglich deren Fachkompetenz und deren Fähigkeiten, kompaktes Wissen anschaulich und einprägsam zu vermitteln und nicht zuletzt Schärfe bei der Auswahl der anzusprechenden Zielgruppe für die Konferenz.

Und noch etwas ist den Veranstaltern gelungen: Das Thema lässt einen, Dank wohl den eben genannten Faktoren, nicht so schnell wieder los, drängt sich buchstäblich in den Arbeitsalltag und die Reflexion der eigenen Rolle als Führungskraft.

„Think Ahead – Move Forward“ war daher nicht nur Teil des Konferenzthemas mehr das Ziel der Veranstaltung. Und so bin ich — auch aus zahlreichen Gesprächen mit anderen Konferenzteilnehmenden — der festen Überzeugung: Dieses Ziel wurde erreicht.

Schade nur, dass verhältnismäßig wenige Führungskräfte der öffentlichen Verwaltung der Einladung folgen konnten, waren es doch gerade sie, deren Fragen, Probleme und Visionen im Mittelpunkt der Konferenz standen. Sicher wird der in Kürze erscheinende Tagungsband allen Teilnehmenden und denen, die ihre Teilnahme nicht ermöglichen konnten, vertiefende Einblicke in die Thematik einer Intrapreneurship orientierten Verwaltung gewähren und die begonnene Diskussion weiter beleben.

Den Veranstaltern sei an dieser Stelle herzlich gedankt, verbunden mit dem durch diese Konferenz geweckten Wunsch nach weiteren spannenden und innovativen Konferenzthemen.

Dr. Marita Heydecke, Leiterin der Landesakademie für öffentliche Verwaltung Brandenburg

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